Na, kleiner Mann?
Die frühe Eltern-Kind-Kommunikation


Bevor ein Kind erste Worte vollbringen kann, muss es auf andere Kommunikationsmittel setzen. Das heißt aber nicht, dass es für Sprache nicht empfänglich wäre. Im Gegenteil: Je häufiger Eltern mit ihrem Kind reden, umso besser ist das für seinen Start in die eigene Sprechkarriere.

Gespräch und Geschwätz erfüllen eine wichtige Aufgabe im menschlichen Miteinander. Der amerikanische Verhaltensforscher Robin Dunbar hat die These aufgestellt, dass der Redefluss für den Menschen die Funktion erfüllt, die das „Grooming“ für die uns verwandten Affen besitzt: das gegenseite Sich-Kraulen und –Pflegen. Kommunikation schafft zudem Gemeinschaft und Wissen und prägt Stimmungen.

Neugeborene sind weit davon entfernt, mit ersten Worten am sozialen Geplapper teilnehmen zu können. Sprache im engeren Sinne tritt erst im zweiten Lebensjahr auf. Bis dahin herrscht jedoch kein Kommunikationsnotstand: Über Motorik, Schrei- und Blickverhalten kann ein Baby seine Bedürfnisse äußern und auf Reaktionen seiner Eltern eingehen. Über diese vielschichtige Körper- und Lautsprache entwickelt sich die Beziehung zwischen Eltern und Kind, darin eingebettet liegt der Beginn der gesprochenen Sprache.

Natürliche Liebe zur Sprache

Kein akustischer Reiz interessiert ein Neugeborenes so sehr wie die menschliche Stimme. Bereits in seinen ersten Lebensstunden zeigt es Neugier, wobei es auf Frauenstimmen stärker reagiert. Sein Gesichtsausdruck wird aufmerksam, wenn es jemanden sprechen hört, es bewegt sich weniger oder auch mehr und wird schon bald versuchen, vereinzelt eigene Töne zu bilden. Sehr intensiv reagiert es auf die Art, wie jemand spricht: Ist die Stimme zum Beispiel freundlich oder eher zornig? ...


Erschienen in Baby & Gesundheit 2.2007