Wenn die Nieren versagen – Endstation Dialyse oder Organtransplantation?

Die Nieren – Klärwerk unseres Körpers

Rechts und links in der hinteren Bauchhöhle und teilweise vom unteren Rippenbogen verdeckt liegen die beiden bohnenförmigen Nieren. Sie sind etwa 12 Zentimeter lang, 6 Zentimeter breit und wiegen 150 Gramm. Im Körper erfüllen die beiden kleinen Organe Erstaunliches:

Sie "klären" das Blut. Die Nieren filtern stickstoffhaltige Stoffwechselschlacken wie Harnstoff und Kreatinin heraus und setzen sie dem Urin zu. Auch körperfremde Giftstoffe oder Medikamente verlassen so den Körper. Wertvolle Substanzen wie Zucker, Eiweiß oder Fettsäuren werden ebenfalls gefiltert, aber zurück in das Blut geschleust.

Sie regulieren den Wasser- und Salzhaushalt. Bei einem Flüssigkeitsmangel produzieren die Ausscheidungsorgane weniger, dafür aber konzentrierteren Urin. Zudem erhalten die Nieren das Säure-Basen-Gleichgewicht im Organismus.

Sie produzieren Enzyme und Hormone. Als innere Drüsen liefern sie das Enzym Renin, das den Blutdruck reguliert. Das Hormon Erythropoetin regt die Neubildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark an. Vitamin-D-Hormone sind im Knochenstoffwechsel wichtig. Darüber hinaus bauen die Nieren körpereigene Hormone wie Insulin ab.

Alles zusammen bedeutet dies für die Nieren Schwerstarbeit: Etwa 300 Mal strömt unser Blut täglich durch sie hindurch. Das sind 0,5 Liter pro Minute und Niere, insgesamt 1700 Liter. Um diese Menge zu bewältigen, besitzt jedes der beiden Organe mehr als eine Million winzige Untereinheiten, die Nierenkörperchen oder Nephronen. Sie verbinden den Blutkreislauf und das harnbildende und -ableitende System. ...


erschienen im Internetportal Medinet April 2003